Hallo neupier,
ich weiß nicht ob Du schon mit der Reparatur schon fertig bist, aber gestern musste ich auch meine Hydraulikpumpe ausbauen. Dabei bin ich im Forum unter anderem auf Deine Frage gestoßen und möchte gerne erläutern, wie es bei mir
ohne Abbau der Stoßstange geklappt hat. Da Deine Frage aus August war und die Winterpause erst kurz zu Ende ist kann es vielleicht noch hilfreich für Dich sein.
Ausgangslage fahrzeugseitig ist das
liegende Reserverad und eine
Pumpe mit 8 Zylindern, das Auto selber ist ein 2,8E mit EZ 03/95.
Problem war kompletter Verlust des Hydrauliköls (wurde erst eine Woche vorher korrekt bei geöffnetem Verdeck auf MAX aufgefüllt - hierzu gibt es im Forum auch eines Super-Anleitung).
Der naheliegende Verdacht war ein Riss im Ölbehälter, der sich auch bestätigt hat.
Das zugehörige Ersatzteil ist mittlerweile rar geworden. Ich habe über Ebay bei Autoteile Hirth noch einen von aktuell 3 Verfügbaren für knapp 80 € ergattert. Die Teilenummer ist hier im Forum auch schon mehrfach genannt worden, der Vollständigkeit halber hier noch einmal:
8G0898101. Bei Audi Tradition ist er aktuell nicht verfügbar, hätte dort 65 € gekostet.
Folgendes hat zum erfolgreichen Ausbau der Pumpe ohne Demontieren der Stoßstange beigetragen:
- Kofferraum leerräumen (inkl. Reserverad)
- Die hintere Mutter mit einem 13er Maulschlüssel bis ans Ende des sichtbaren Gewindes herausdrehen. Den Schlüssel dabei jeweils verdreht ansetzen das der zu Verfügung stehende Weg durch das Blech stark eingeschränkt ist. Im Vergleich zum Ausbau der Stoßstange ein zu verkraftendes Übel.
- Dann die drei Muttern, die durch die Öffnung im Längsträger am Grund der Reserveradmulde (mit einiger Verrenkung) zu erkennen sind, mit einer möglichst kurzen aber stabilen 13er Nuss und Ratsche rausschrauben. Es ist sehr wenig Platz vorhanden (deswegen möglichst kurze stabile Nuss), man braucht mehr Kraft als man für möglich hält (deswegen 1/2 Zoll Ratsche) und mit einer Billigratsche reicht der zu Verfügung stehende Weg nicht aus um die Schrauben zu lösen und herauszudrehen (weil der zu Verfügung stehende Weg schon im Spiel des Werkzeugs umgesetzt wird ohne die Muttern zu lösen, deswegen stabile und qualitativ hochwertige Ratsche mit sehr feiner Teilung und stabile Nuss). Ich habe wegen des beengten Raums erst mit kleiner 1/4 Zoll Ratsche und entsprechender Nuss angefangen und dabei sogar eine Nuss gesprengt und mich dann zu größerem Werkzeug (Danke an den Nachbarn) hochgearbeitet bis es geklappt hat. Ich hatte auch einen gekröpften Ringschlüssel schon angesetzt aber ich habe mit dem wieder aufgehört weil er eine 12er Zahnung hat und ich befürchtet habe die Mutter rund zu drehen. Das wäre fatal gewesen. Die Pumpe war zuvor übrigens ganz offensichtlich auch noch nie vorher ausgebaut worden - nächstes Mal wird es also einfacher gehen.
- Die Pumpe am hinteren Ende heraushebeln und dabei nach hinten ziehen. Hilfreich ist eine zweite Person die durch die Öffnung im Längsträger schaut ob man Fortschritte macht (die 3 Stehbolzen verkanten sich ganz gemein in den Bohrungen) und motivierend anfeuert. Auch dieser Schritt erfordert mehr Kraft und Geduld als ich für möglich gehalten habe. Aber es geht. Wenn die Pumpe hinten angehoben wird ist es übrigens zweckmäßig, die Mutter am hinteren Ende ganz rauszudrehen und mitsamt dem Blech zu demontieren.
Bei mir hat sich der Verdacht mit dem Ölbehälter übrigens bestätigt und nächstes Wochenende geht es dann an den Einbau in umgekehrter Reihenfolge. Bis dahin werde ich bei gutem Wetter einfach die manuelle Notbetätigung nutzen.
Wenn was hilfreiches dabei ist freut es mich.
Viele Grüße, Kai